Kempf Audio.
Wenn der Beruf zur Berufung wird.

Liebe Musikfreunde,

gestatten Sie mir einige Worte zu mir, Werner Kempf, und meiner Motivation, all die Dinge mit Freude zu tun, die ich nun seit mehr als 30 Jahren als meinen Beruf und längst auch als meine Berufung bezeichne.

Bereits in meiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann hat mich die Begeisterung für hochwertige Musikwiedergabe gefesselt.
Allerdings verfügte mein Ausbildungsbetrieb leider nicht über die Marken, die man zu den etablierten Herstellern des Highend-Segmentes zählen würde.
Auf meinem täglichen Arbeitsweg kam ich an der Firma Amelung Akustik in Aschaffenburg vorbei, welches Highend-Marken wie Accuphase, Jeff Rowland, Mc-Intosh, Krell, Tandberg und andere führte. Begeistert von den schön dekorierten Schaufenstern mit High-End Geräten betrachtete ich sehr oft die Auslage.

Eines Tages bemerkte mich der Inhaber der Firma Amelung Akustik und fragte mich, warum ich denn so oft vor, aber noch nie in seinem Geschäft gewesen sei. Ich erzählte ihm, ich sei Auszubildender in einer Firma, die er wohl zu seinen Mitbewerbern zähle. Deshalb sei ich nicht sicher, ob es sich schicke, das Geschäft zu betreten. Herr Amelung lachte nur und bat mich, mit in sein Studio zu kommen.

Da standen sie nun vor mir, all die großen High-End Marken. Plattenspieler von Mikro-Seiki und Transrotor sowie Lautsprecher-Marken, deren Namen ich noch nie gehört hatte.
Als ich dann noch Probehören durfte war ich endgültig mit dem „Highend/Hi-Fi“-Virus infiziert und diese Begeisterung lässt mich seit dem nicht mehr los.

Der erste Job im High-End Business. Accuphase.

Durch einen Zufall hörte ich 1986, die Firma P.I.A. Hi-Fi-Vertrieb aus Weiterstadt, suche einen Mitarbeiter für den Außendienst.
Sofort war ich Feuer und Flamme und meine Motivation, mich um diese Stelle zu bewerben war groß. Die großen Referenz-Modelle der Edelmarke Accuphase einmal sehen und hören war damals ein absoluter Traum. Wenig später kam es zu einen Vorstellungstermin.

Nach dem Gespräch mit Frau und Herr Ishizuka war es dann so weit. Wir gingen in den Keller, um die komplette Accuphase-Palette in Augenschein zu nehmen. Dazu gehörte u.a. die CD-Laufwerk- und D/A-Wandler-Kombination DP-80/DC-81, die zu diesem Zeitpunkt bereits 15.000,00 DM kostete und alle bis dato bekannten digitalen Musikquellen in den Schatten stellte.

Das optische Highlight war für mich ein Mikro-Seiki-Laufwerk mit drei montierten Tonarmen – die Schallplatten wurden mit einer Vakuumpumpe angesaugt, um absolut plan das Beste zu geben, was in ihnen steckt.
Als 23-jähriger Hi-Fi-Fachverkäufer war ich im Olymp des High-End-Audio angekommen und hatte nach eigenem Befinden keine Wünsche mehr. Ich bekam die Anstellung und war sehr glücklich !

Burmester, Elac, Dali, Focal und einige mehr....

Im Laufe der vergangenen 30 Jahre, habe ich Elektronik-Marken wie Accuphase, Burmester und einige mehr vertreiben dürfen. Einen guten Ruf erwarb ich mir aber vor allem als Lautsprecher-Spezialist. Bei meinem früheren Arbeitgeber DALI war es dann nicht nur finales Abhören bis zur Produktion, ich konnte die Verantwortlichen sogar zweimal von Namensgebungen für neue Serien überzeugen und eine der wohl erfolgreichsten Highend-Demo-CDs wurde ebenfalls von mir zusammengestellt.

High-End Anlagen in allen Preisklassen

Eine gut klingende Hi-Fi-Anlage muss kein Vermögen kosten, kann aber tatsächlich auch den Preis eines Sportwagens oder gar eines Eigenheimes erreichen.

Eine große Herausforderung die aber sehr viel Spaß macht liegt für mich darin, auf Messen immer dem Publikum gerade auch kleinere und bezahlbare Hi-Fi-Anlagen vorzuspielen, die von den Hörern sehr oft deutlich teurer eingeschätzt werden als sie tatsächlich kosten.

Natürlich bereitet es mir auch viel Vergnügen, den Enthusiasten das ultimativ Machbare zu präsentieren. Wir alle haben Träume und für so manchen gehen diese auch in Erfüllung.

Meine große Leidenschaft. Die Musik.

Eine weitere Leidenschaft von mir war und ist, an Musikmaterial zu gelangen, das die Menschen bei einer Vorführung sofort fesselt und begeistert.
Überraschen kann ich meine Kunden dabei immer wieder, wenn ich zu bestimmten Aufnahmen erzähle, dass diese Aufnahmen teilweise aus den 60er Jahren stammen und dennoch mit einer sensationellen Klangqualität überzeugen können.

Mit derartigen Aufnahmen kann ich gerade diejenigen begeistern, die der Meinung sind, bei Hifi Anlagen keine Unterscheide hören zu können oder man dafür ein geschultes Gehör haben müsste. Bis heute macht es mir sehr viel Spaß, das Thema „Musik hören mit Genuss“ zu vermitteln.
Dabei ist eine Hi-Fi-Anlage oftmals nur Mittel zum Zweck.
Allein über die unterschiedlichsten Musikrichtungen wie Klassik, Jazz, Blues, Rock, Pop oder andere Genre zu philosophieren kann so spannend, verbindend oder kontrovers sein, dass es einfach Freude macht, sich mit Menschen darüber auszutauschen.

Denn auch dann wird mein Credo Realität:
Man muss Musik hören, um sie zu erleben und anschließend genießen zu können.
Meiner Meinung nach gibt es nichts, das Menschen aller Länder unterschiedlichster Kultur und Religion so verbindet wie Musik. Musik ist eines der schönsten Kulturgüter und jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, dieses Kulturgut auf ordentlichem Niveau hören, erleben und genießen zu können.

Bedanken möchte ich mich bei all denjenigen, die mir die Chance gegeben haben, diesen wunderbaren Beruf auszuüben, der mich noch heute begeistert.
Ich empfinde es als Privileg, diese Begeisterung für guten Klang weitergeben zu dürfen.

Herzlichst und mit musikalischem Gruß

Ihr

Werner Kempf